Mein Procreate-Bild druckt nicht in der richtigen Größe — Daran liegt es
Wie Leinwandgröße, DPI und Exporteinstellungen Ihre Procreate-Drucke beeinflussen.
Das Problem
Sie haben stundenlang ein Kunstwerk in Procreate erstellt. Sie haben die Leinwand auf 50×50 cm eingestellt, das Bild exportiert und zum Drucken geschickt. Aber das Ergebnis ist kleiner als erwartet, unscharf oder beides. Das ist eine der häufigsten Frustrationen bei Künstlern, die Procreate für Druckarbeiten nutzen. Die gute Nachricht: Es lässt sich leicht beheben, sobald Sie verstehen, wie Procreate mit Leinwandmaßen und Auflösung umgeht.
Wie die Leinwandgröße in Procreate funktioniert
Procreate arbeitet in Pixeln, nicht in Zentimetern. Wenn Sie eine Leinwand erstellen und die Maße auf 50 cm setzen, berechnet Procreate die Pixelanzahl basierend auf der DPI-Einstellung. Und hier beginnt das Problem: Der Standard-DPI-Wert in Procreate ist 132, passend zur Bildschirmdichte des iPads. Bei 132 DPI hat eine 50-cm-Leinwand nur etwa 2598 Pixel Breite (50 cm ÷ 2,54 × 132 ≈ 2598). Das klingt nach viel, aber für den Druck bei 300 DPI — dem Standard für scharfe, professionelle Qualität — bräuchten Sie etwa 5906 Pixel für dieselben 50 cm (50 ÷ 2,54 × 300 ≈ 5906). Ihre 2598-Pixel-Leinwand kann also nur bei etwa 22 cm Breite mit 300 DPI gedruckt werden, oder bei 44 cm mit 150 DPI. Deshalb wird der Druck kleiner oder unscharf — es gibt schlicht nicht genug Pixel.
Procreate für den Druck einrichten
- Neue Leinwand erstellen → Benutzerdefinierte Größe antippen.
- Maße in cm oder Zoll entsprechend der gewünschten Druckgröße einstellen (z. B. 50×50 cm).
- DPI auf 300 für Fotoqualität einstellen, oder mindestens 150 für große Poster, die aus der Ferne betrachtet werden.
- Hinweis: Höhere DPI bedeuten mehr Pixel, was die verfügbaren Ebenen in Procreate reduziert. Eine 50×50-cm-Leinwand bei 300 DPI verbraucht deutlich mehr Arbeitsspeicher als die gleiche Leinwand bei 132 DPI.
Was, wenn mein Kunstwerk schon fertig ist?
Wenn Sie Ihre Kunst bereits bei niedrigem DPI fertiggestellt haben, keine Sorge. Sie haben mehrere Möglichkeiten. Erstens können Sie kleiner drucken, damit die vorhandenen Pixel einen höheren effektiven DPI-Wert ergeben. Ein 2598 Pixel breites Bild druckt wunderbar bei 22 cm (300 DPI) oder akzeptabel bei 44 cm (150 DPI). Zweitens können Sie ein Tool wie GridPrint nutzen, das die Berechnungen für Sie übernimmt. Laden Sie Ihr exportiertes Bild hoch, legen Sie die gewünschte physische Größe fest, und GridPrint zeigt Ihnen genau, wie der Druck aussehen wird — einschließlich der Anzahl der Seiten, falls Sie das Bild auf mehrere Blätter aufteilen.
Exporteinstellungen
Wenn Sie aus Procreate exportieren, wählen Sie PNG für die beste Qualität. PNG ist verlustfrei, das heißt, es bewahrt jedes Pixel genau so, wie Sie es gezeichnet haben. JPG verwendet Kompression, die Artefakte erzeugen kann — besonders sichtbar an scharfen Kanten, Text und Flächen mit einheitlicher Farbe. Zum Exportieren: Tippen Sie auf das Schraubenschlüssel-Symbol → Teilen → PNG. Das liefert die Datei in voller Auflösung. Vermeiden Sie die Option „Als JPEG teilen“, es sei denn, die Dateigröße ist wichtiger und Sie akzeptieren einen gewissen Qualitätsverlust. Wenn Ihr Kunstwerk Transparenz enthält (z. B. ein Sticker-Design), ist PNG ohnehin die einzige Option, da JPG keine transparenten Hintergründe unterstützt.
Kurzreferenz: Leinwandgrößen für gängige Druckformate
| Druckgröße | Pixel bei 300 DPI | Pixel bei 150 DPI |
|---|---|---|
| A4 (21×29,7 cm) | 2480×3508 | 1240×1754 |
| A3 (29,7×42 cm) | 3508×4960 | 1754×2480 |
| 50×50 cm | 5906×5906 | 2953×2953 |
| 50×70 cm | 5906×8268 | 2953×4134 |
| A1 (59,4×84,1 cm) | 7016×9933 | 3508×4967 |